Wenig Gedenken an Ermordung der Zarenfamilie Die Ermordung des letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seiner Familie durch eine kommunistische Kommandotruppe vor 90 Jahren ist in Russland kaum ein öffentliches Thema. Nach Auffassung der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) muss sich das ändern, andernfalls blockiere man sich selbst. „Bevor der russische Staat nicht sagt: Die Ermordung der Zarenfamilie war ein Verbrechen, und bevor keine moralische Aufarbeitung der Tat erfolgt, wird es Russland schwer haben, in die Zukunft zu schauen“, sagte Erzpriester Vsevelod Tschaplin, Sprecher der Abteilung für auswärtige Beziehungen der ROK, der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Das Interview erfolgte aus Anlass der neunzigsten Wiederkehr der Bluttat am 17. Juli 1918 im sibirischen Jekaterinburg.