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 IdeeSchwarze Front - Otto Strasser

Schwarze Front

Otto Strasser und die Schwarze Front üben auf die heutige deutsche NS-Szene einen mythischen Einfluss aus. Der "wahre Nationalsozialismus", die "Idee", sollte in der SF hochgehalten und das über dem "Messias" Adolf Hitler, sein, edr in den Augen Otto Strasser ein solcher nicht war. Die SF ging aus der Kampf-Verlag GmbH der Gebrüder Strasser, 1926 gegründet, nach der politischen Trennung der Brüder hervor. Otto Strasser trat am 4. Juli 1930 ohne bedeutende Wirkung aus der NSDAP aus. Zugleich erschien die Schrift „Die Sozialisten verlassen die NSDAP“. Sie war die Grundlage der damals wenig erfolgreichen Kampfgemeinschaft Revolutionärer Nationalsozialisten, die Schwarze Front, die auch mit Kommunisten kooperierte. Die Aktion blieb wirkungslos, Hitler und Goebbels hatten ihn in der NSDAP schon isoliert, als "Intellektuelle" diskreditiert, Gregor sein Bruder, distanzierte sich als Organisationsleiter der NSDAP. Aber auch er war schon durch seine Feinde in der Nazipartei für den "Abschuss" markiert. 1934 wurde er beim sogenannten "Röhmputsch" ermordet. Ab 1933 im Widerstand gegen Hitler, seine Diktatur und die NSDAP zunächst von Österreich, Prag, dann von Zürich. Zerfall der SF mit der Ermordung von Organisationsleiter Friedrich Beer-Grunow im Jahr 1938. Stationen in Otto Strasser entwickelte den Solidarismus, der heute vielen politischen und ideologischen Strömungen und Ansätzen Pate steht. 1945 veröffentlichte er das "Manifest des Solidarismus". Nach 1945 versuchte er die SF mit dem "Aufruf Kämpfer der Schwarzen Front" neu zu beleben. Otto Strasser gründete 1956 die Deutsche-Soziale-Union, in der er bis 1960 blieb und die politisch ohne Bedeutung war, aber ideologische Marken setzte. Der DSU folgte die Unabhängige Volkspartei, eine Abspaltung.  Strassers Sozialismus, später Solidarismus, als Basis der Nation, war nicht marxistisch gegründet. Er war Antisemit, wenn er auch die Exesse der Hitleristen und den mörderischen rassistischen Kern ihres Handelns ablehnte. In seinen späteren Jahren verwarf er den Antisemitismus als Politik.

Literatur (Auswahl)

Günter Bartsch, Otto Strasser, Koblenz 1990

Herbert Blank, Weichensteller Mensch, Berlin 1928

Herbert Blank, Adolf Hitler Wilhelm III, Berlin 1931

Herbert Blank, Soldaten, Oldenburg 1932

Herbert Blank (Weigand von Miltenberg), Schleicher, Hitler?-Cromwell, Leipzig 1932

Moeller van den Bruck, Das III. Reich, Hamburg 1931

Joachim C. Fest, Hitler - Eine Biographie, Frankfurt/Main 1973

Friedrich Hielscher, 50 Jahre unter Deutschen, Hamburg 1954

Joseph Goebbels, Tagebücher 1925/26

Kurt Gossweiler, Die Strasser-Legende Auseinandersetzung mit einem Kapitel des deutschen Faschismus, Berlin 1994

Udo Kissenkoetter, Gregor Strasser und die NSDAP, Stuttgart 1978

Reinhard Kühnel, Die nationalsozialistische Linke 1925-30, Meisenheim am Glan 1966

Patrick Moreau,  Nationalsozialismus von links, München 1988

Ernst Niekisch, Widerstand, Krefeld 1982

Karl Otto Paetel, Otto Strasser und die „Schwarze Front“ des „wahren Nationalsozialismus“. In: Politische Studien, Grünwald, 8 (1957)

Richard Schapke, Die Schwarze Front Leipzig 1932

Walter Schellenberg, Aufzeichungen. Die Memoiren des letzten Geheimdienstchefs unter Hitler, München 1979, (Erstveröffentlichung London 1956)

Otto-Ernst Schüddekopf, Nationalbolschewismus in Deutschland 1918-1933,

Otto-Ernst Schüddekopf, Linke Leute von rechts. Die nationalrevolutionären Minderheiten und der Kommunismus in der Weimarer Republik. Stuttgart 1960.

Otto Strasser, Ministersessel oder Revolution?, Bremen 1930

Otto Strasser, Der 30.Juni.Vorgeschichte-Verlauf-Folgen, Zürich 1934

Otto Strasser, Die deutsche Bartholomäusnacht,Zürich 1935

Otto Strasser, Wohin treibt Hitler?, Zürich 1935

Otto Strasser, "Wohin treibt Deutschland", Zürich 1936

Otto Strasser,  "Kommt es zum Krieg?". Zürich 1937

Otto Strasser, Hitler und ich, Konstanz 1948

Otto Strasser, Weg und Ziel, 1956

Otto Strasser, Exil, München 1958

Otto Strasser, Deutschland und der 3. Weltkrieg, München 1961

Otto Strasser, Der Faschismus, München 1965

Otto Strasser, Mein Kampf, Frankfurt/Main 1969

Otto Strasser, Aufbau des Deutschen Sozialismus (Solidarismus), München 1969

Otto Strasser, Deutschlands Erneuerung,

Claus Wolfschlag, Hitlers rechte Gegner. Gedanken zum nationalistischen Widerstand. Engerda 1995

Claus Wolfschlag, Augenzeugen der Opposition. Gespräche mit Hitlers rechten Gegnern. Dresden 2002

Robert S. Wistrich, Wer war wer im Dritten Reich. Ein biographisches Lexikon, München 1983

Gutachten Abendroth über die Widerstandtätigkeit und politsche Stellung der Schwarzen Front 1959